Bau eines Grill-,Back- und Räucherofens

Anleitung zum Bau eines Kombi-Räucher-Grill Ofens….

Die Idee kam mir irgendwann, ich erzählte im Freundeskreis das ich mir einen kleinen Ofen im Garten bauen will. einer meiner Freunde sagte mir das er noch eine alte Tür irgendwo rumliegen hätte und er mir diese schenken würde. Perfekt! Der Grundstein war gelegt. Der Ofen wurde eigentlich komplett um diese Tür herum gebaut, alle Kurven etc. wurden von der Tür übernommen.

Hier zeige ich Euch mit Fotos Schritt für Schritt, wie ich meinen Ofen gebaut habe:

Als erstes steht mal harte Arbeit an, es muss ein Loch mit 25cm Tiefe gebuddelt werden, dass der späteren Grundfläche des Ofens entspricht.
Dies wird dann mit Schotter aufgefüllt, das Ganze etwas feststampfen, mit Brettern verschalen und schön mit Eisen auffüllen und dann wird fleißig betoniert!

Die Größe kann jeder selbst entscheiden, meine Fläche machte ich einfach so groß, wie ich Lust hatte ein Loch zu buddeln! Tip: Rechnet euch die Fläche so aus, dass Steine mit den entsprechenden Fugen passen, dann braucht man später weniger zu schneiden….

Da ich das Ganze im Sommer machte, wurde schön mit Folie abgedeckt und alle 2-3 Stunden mit der Gießkanne gewässert
Dann werden die Steine schön versetzt aufgelegt. Anhand der oberen Wölbung der Tür wurden dann 2 Formen aus Holz und einer biegsamen Plastikplatte konstruiert. Darauf wurden dann die 2 Rundbögen gemauert. Und immer alles schön im Blei!
Dann wurde von unten eingeschalt und die eigentliche Arbeitsfläche mit viel Eisen betoniert.
An der Stelle links, an der der eigentliche Ofen aufgebaut wurde, habe ich nicht komplett mit Beton aufgefüllt, sondern so ein Platte aus "geschäumtem Glas" plan eingesetzt. Der Fachbegriff fällt mir momentan nicht ein, gibt es aber in allen Stärken und Maßen beim Ofenbauer oder im Netz. Meine ist 3cm dick. Dadurch verhindert man, das später der Schamott-Boden direkten Kontakt mit dem Beton bekommt. Der ist nicht sehr hitzebeständig....

Jetzt nur noch die Schamottsteine um die Tür gemauert und fertig wäre der Ofen…….. Mein Schwiegervater war aber andere Meinung,…jetzt machen wir das Ganze richtig. Na gut,….In der Bucht ein paar Schamottsteine in der Gegend entdeckt. Super Preis, das Stück für 50cent! Dazu aber später mehr. Dann also Schamottsteine mit den Schablonen aus der Wölbung unten um die Tür herum mit Schamottmörtel gemauert, (Steine nicht direkt auf die Tür mauern, etwas Kesselkit oder hochtemperatur festes Silikon zwischen Tür und Schamott als Puffer. Beide dehnen sich bei Hitze unterschiedlich aus) im vorderen Bereich den Abzug oben raus, über den Brennraum nach hinten rausgeführt. Dies hat den Vorteil, dass die Steine im oberen Bereich zusätzlich durch die Abluft gewärmt werden.

Der Boden des Brennraumes am besten mit 2 oder 4 Schamottsteinen auslegen, wenn nur eine große Platte da ist und dies kaputt geht, muß man alles wechseln. Hat man sie geviertelt, geht das besser!
Das Ganze zugedeckt mit Steinwolle, vorher noch in den noch weichen Mörtel den Fühler des Thermometers gesteckt. Nicht bis in den Brennraum, da geht das Ding kaputt.
Dann ein paar Steine drumherum gemauert. Da das Ganze auch stabil sein soll, einen Ringanker darüber gesetzt......wieder mal mit viel Eisen. Merkt ihr, warum man ein 25cm Fundament braucht? Habe mir nie die Mühe gemacht, auszurechnen wie viele Tonnen mein Ofen wiegt.
Mit viel Winkeleisen (..wieder Eisen!) und ein paar Balken und Dachlatten das Dach gezimmert, mit Paneelen verkleidet und Teerpappe drauf genagelt.
Dann kamen noch ein paar Dachschindeln aus Teerpappe drauf und fertig war der Ofen. Da ich bei jedem Wetter damit was machen wollte, hat das Dach etwa 50cm Überhang und es wurden noch ein paar Pflastersteine verlegt.

Nun kann es losgehen!

Dann kommt das erste langsame Einheizen,…..zuerst ein kleines Feuer. Ich begann mit einer Kerze….und täglich wurde es heißer und nach etwa einer Woche bindet dann der Mörtel keramisch ab.

Soweit so gut…….könnt ihr euch noch an die günstigen Steine aus dem Netz erinnern? Absoluter Mist, die lagen wohl im Regen und bekamen etwas Frost ab. Hatten irgendwie wohl alle Mikrorisse. Bröselten mir alle weg, die komplette Kammer des Ofens bröselte vor sich hin……

Dach wieder ab, Steine beim Baustofffachhändler geordert und alles wieder neu gemauert. Eigentlich nicht so schlimm, wenn nur nicht diese mit einem Ringanker stabilisierten Mauern rechts, links und hinten am Ofen wären. Man muss dann “Schlangengleich” irgendwie von Oben, Innen und Unten die Steine neu mauern…….

Dach wieder drauf, neu eingeheizt und nach einer Woche ein Höllenfeuer entfacht und Steine halten jetzt seit über 3 Jahren……kennt ihr den Spruch: Wer billig kauft, kauft 2 mal? Stimmt!

Als Zusatz zum Räuchern hatte ich immer eine Box aus Edelstahl am Rauchaustritt hinten am Ofen geplant, hätte dort den Rauch durchgeführt und abgeleitet, mit Schieber zum Schließen und so weiter….

Aber nachdem ich das erste mal warm und dann wieder kalt mit Sparbrand geräuchert habe, habe ich diesen Plan aufgegeben, irgendwie sieht so ein Kasten am Ofen nicht gut aus!

Mittlerweile habe ich den Ofen modifiziert, er hat jetzt Abzugsrohre aus Edelstahl, diese normal Brennlackierten Rohre hielten die Hitze beim Pizzabacken nicht aus, der LAck verbrannte und die Rohre rosteten.

Was mache ich alles im Ofen?

  • Kalträuchern mit Sparbrand
  • Heißräuchern
  • Pulled Pork oder Beef im Gusstopf
  • Pizza
  • Brot ( …eher selten, eine ganze Schubkarre Holz zum Anheizen!)
  • Rippchen
  • Geflügel
  • Rollbraten, Würstchen usw.

Also alles was man auf einem Grill, Räucher oder Backofen machen kann! Und das alles gesünder, kein Fett tropft in die Glut, die Hitze kommt vom Schamott bzw. von den Flammen, die über das Gargut hinweg zum Abzug gelangen. Feuer wird ja im hinteren Bereich gemacht, der Abzug ist direkt vorne an der Tür.

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